Türchen Nr. 21

Die drei Schlangenblätter


Klopfen an der Tür

Die drei Schlangenblätter, illustriert von Emily Carroll (©Emily Carroll, Quelle: www.emcarroll.com)

Es war einmal ein armer Mann, der konnte seinen einzigen Sohn nicht mehr ernähren. So begab sich der Jüngling in den Dienst des Königs. Der König hatte eine schöne Tochter, aber sie war auch sehr wunderlich. Sie wollte keinen zum Gemahl nehmen, der nicht verspräche, wenn sie zuerst stürbe, sich lebendig mit ihr begraben zu lassen. Der Jüngling wurde von ihrer Schönheit so eingenommen, dass er auf nichts achtete, sondern bei ihrem Vater um sie anhielt. Die Hochzeit ward mit großer Pracht gefeiert. Nun lebten sie eine Zeitlang glücklich miteinander, da starb die junge Königin. Und als sie tot dalag, da erinnerte sich der junge König, was er hatte versprechen müssen, und es grauste ihm davor, aber es war kein Ausweg: der König hatte alle Tore mit Wachen besetzen lassen, und es war nicht möglich, dem Schicksal zu entgehen. Als der Tag kam, wo die Leiche in das königliche Gewölbe beigesetzt wurde, da ward er mit hinabgeführt, und das Tor verriegelt und verschlossen. Als er so vor sich hinstarrte, sah er eine Schlange hervorkriechen, da zog er sein Schwert und hieb sie in drei Stücke. Da kroch eine zweite Schlange hervor, als sie aber die andere zerstückt liegen sah, ging sie zurück, kam bald wieder und hatte drei grüne Blätter im Munde. Dann legte sie die drei Stücke von der Schlange, wie sie zusammengehörten, und tat auf jede Wunde eins von den Blättern. Alsbald fügte sich das Getrennte aneinander, die Schlange ward wieder lebendig. Die Blätter aber blieben auf der Erde liegen. Der Mann hob sie auf und legte eins auf den Mund der Toten, die beiden andern auf ihre Augen. Und kaum war es geschehen, so schlug sie die Augen auf. Sie gingen zu der Türe, und klopften und riefen so laut, dass es die Wachen hörten und dem König meldeten. Der König öffnete die Türe, da fand er beide frisch und gesund. Die drei Schlangenblätter aber nahm der junge König mit und gab sie seinem Diener.

Es war aber in der Frau eine Veränderung vorgegangen: sie fasste eine böse Neigung zu dem Schiffer und während einer Reise warf sie ihren Gemahl vom Schiff hinab ins Meer. Aber der treue Diener fischte den Toten wieder auf, brachte ihn mit Hilfe der drei Schlangenblätter wieder ins Leben und ruderte mit ihm zurück zum Schloss. Als der alte König von der Bosheit seiner Tochter vernahm, versteckte er den jungen König und den Diener. Bald hernach kam das große Schiff mit seiner Tochter zurück. ‚Ach, lieber Vater,‘ sprach sie, ‚mein Mann ist während der Fahrt gestorben, und wenn der gute Schiffer mir nicht Beistand geleistet hätte, so wäre es mir schlimm ergangen.‘ Der König öffnete die Kammer, und die Frau sank auf die Knie und bat um Gnade. Der König sprach ‚da ist keine Gnade, er war bereit, mit dir zu sterben, und hat dir dein Leben wiedergegeben, du aber hast ihn umgebracht, und sollst deinen verdienten Lohn empfangen.‘ Da ward sie mit ihrem Helfershelfer in ein durchlöchertes Schiff gesetzt und hinaus ins Meer getrieben, wo sie bald in den Wellen versanken.


Wer sich zur Wintersonnenwende auch fühlt, als sei er in einer Gruft eingesperrt, dem sei unser Türentipp „Mehr Licht im Raum“ empfohlen.


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