Türchen Nr. 22

Der Froschkönig

Der Froschkönig

Der Froschkönig, illustriert von Walter Crane (1845-1915) (Quelle: Wikipedia)

In den alten Zeiten, wo das Wünschen noch geholfen hat, lebte ein König, dessen jüngste Tochter war so schön, dass die Sonne, die doch vieles gesehen hat, sich verwunderte, sooft sie ihr ins Gesicht schien. Wenn nun der Tag recht heiß war, so ging das Königskind hinaus, setzte sich an den Rand eines kühlen Brunnens, nahm eine goldene Kugel, warf sie in die Höhe und fing sie wieder. Nun trug es sich zu, dass die goldene Kugel gerade ins Wasser hineinrollte. Da fing sie an zu weinen und wie sie so klagte, rief jemand: „Was hast du, Königstochter?“ Sie sah sich um und erblickte einen Frosch, der seinen dicken, hässlichen Kopf aus dem Wasser streckte. „Ach, du bist‘s, alter Wasserpatscher,“ sagte sie, „ich weine über meine goldene Kugel, die mir in den Brunnen gefallen ist.“ – „Wenn du mich liebhaben willst, und ich soll dein Geselle und Spielkamerad sein, von deinem Tellerlein essen, in deinem Bettlein schlafen: so will ich dir die Kugel wieder heraufholen.“ – „Ach ja,“ sagte sie, „ich verspreche dir alles.“ Der Frosch sank hinab, und als er wieder heraufgerudert kam, hatte er die Kugel im Maul und warf sie ins Gras. Die Königstochter war voll Freude, hob die Kugel auf und sprang damit fort. Was half es ihm, dass er ihr sein Quak, Quak so laut nachschrie! Sie eilte nach Hause und hatte bald den armen Frosch vergessen.

Am andern Tage, als sich alle zur Tafel gesetzt hatten, da kam, plitsch platsch, etwas die Marmortreppe heraufgekrochen, und als es oben angelangt war, klopfte es an die Tür und rief: „Königstochter, jüngste, mach mir auf!“ Als sie aber aufmachte, so saß der Frosch davor. Da warf sie die Tür hastig zu und es war ihr ganz angst. Der König sprach: „Mein Kind, was fürchtest du dich, steht etwa ein Riese vor der Tür und will dich holen?“ – „Es ist ein garstiger Frosch. Gestern fiel meine goldene Kugel ins Wasser. Und weil ich so weinte, hat er sie heraufgeholt, und weil er es durchaus verlangte, so versprach ich ihm, er sollte mein Geselle werden.“ Da sagte der König: „Was du versprochen hast, das musst du auch halten; geh nur und mach ihm auf.“ Sie ging und öffnete die Türe, da hüpfte der Frosch herein, ihr immer nach, und wollte von ihrem Tellerlein essen. Und als er sich sattgegessen hatte, da wollte er in ihrem Bettlein schlafen. Die Königstochter fing an zu weinen, der König aber ward zornig und sprach: „Wer dir geholfen hat, den sollst du hernach nicht verachten.“ Da packte sie den Frosch, trug ihn hinauf und setzte ihn in eine Ecke. Als er aber sprach: „Ich will schlafen so gut wie du: heb mich herauf, oder ich sag’s deinem Vater.“ Da ward sie bitterböse, holte ihn und warf ihn aus allen Kräften wider die Wand. Als er aber herabfiel, war er kein Frosch, sondern ein Königssohn mit schönen und freundlichen Augen. Der war nun nach ihres Vaters Willen ihr lieber Geselle und Gemahl. Da erzählte er ihr, er wäre von einer bösen Hexe verwünscht worden, und niemand hätte ihn aus dem Brunnen erlösen können als sie allein, und morgen wollten sie zusammen in sein Reich gehen.


Ob mit oder ohne Frosch: Zweiflügelige Türen sehen immer majestätisch aus.


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