Türchen Nr. 14

Rotkäppchen

Blick durch die Tür in das Haus der Großmutter

Rotkäppchen, Pop-up-Karussell von Julia Fröhlich (www.juliafroehlich.de)

Es war einmal ein kleines süßes Mädchen, das hatte jedermann lieb, am allerliebsten aber ihre Großmutter. Einmal schenkte sie ihm ein Käppchen von rotem Samt, und weil es nichts anders mehr tragen wollte, hieß es nur das Rotkäppchen. Eines Tages sprach seine Mutter zu ihm: „Komm, Rotkäppchen, da hast du Kuchen und Wein, bring das der Großmutter; sie ist krank und schwach und wird sich daran laben. Mach dich auf und lauf nicht vom Wege ab. Und wenn du in die Stube kommst, so vergiss nicht guten Morgen zu sagen.“ „Ich will schon alles richtig machen,“ sagte Rotkäppchen. Die Großmutter aber wohnte draußen im Wald. Wie nun Rotkäppchen in den Wald kam, begegnete ihm der Wolf. „Guten Tag, Rotkäppchen!“ sprach er. „Schönen Dank, Wolf!“ – „Wo hinaus so früh?“ – „Zur Großmutter.“ Da ging er ein Weilchen neben Rotkäppchen her, dann sprach er: „Rotkäppchen, sieh einmal die schönen Blumen.“ Rotkäppchen sah sich um und dachte: Wenn ich der Großmutter einen Strauß mitbringe, der wird ihr auch Freude machen; lief vom Wege ab, suchte Blumen und geriet immer tiefer in den Wald hinein. Der Wolf aber ging geradewegs nach dem Haus der Großmutter und klopfte an die Türe. „Wer ist draußen?“ – „Rotkäppchen, das bringt Kuchen und Wein!“ – „Drück nur auf die Klinke!“ rief die Großmutter, „ich bin zu schwach und kann nicht aufstehen.“ Der Wolf drückte auf die Klinke, die Türe sprang auf und er ging gerade zum Bett der Großmutter und verschluckte sie. Dann tat er ihre Kleider an, setzte ihre Haube auf und legte sich in ihr Bett.

Rotkäppchen aber machte sich mit den Blumen auf den Weg zur Großmutter. Es wunderte sich, dass die Tür aufstand, und wie es in die Stube trat und grüßte, bekam es keine Antwort. Darauf ging es zum Bett. Da lag die Großmutter und sah so wunderlich aus. „Ei, Großmutter, was hast du für große Ohren!“ – „Dass ich dich besser hören kann!“ – „Ei, Großmutter, was hast du für große Hände!“ – „Dass ich dich besser packen kann!“ – „Aber, Großmutter, was hast du für ein entsetzlich großes Maul!“ – „Dass ich dich besser fressen kann!“ Kaum hatte der Wolf das gesagt, so verschlang er das arme Rotkäppchen. Wie der Wolf gesättigt war, fing er an, überlaut zu schnarchen. Der Jäger ging eben an dem Haus vorbei, wunderte sich und trat in die Stube, und wie er den Wolf sah nahm er eine Schere und fing an, dem schlafenden Wolf den Bauch aufzuschneiden. Da kamen das Rotkäppchen und die Großmutter lebendig heraus. Rotkäppchen aber holte Steine, damit füllten sie dem Wolf den Leib, und wie er aufwachte, waren die Steine waren so schwer, dass er niedersank und sich totfiel. Da waren alle drei vergnügt. Der Jäger ging damit heim, die Großmutter aß den Kuchen und trank den Wein und erholte sich wieder; Rotkäppchen aber dachte: Du willst dein Lebtag nicht wieder allein vom Wege ab in den Wald laufen, wenn dir’s die Mutter verboten hat.


Die Großmutter hätte gut daran getan, ihr Haus barrierefrei auszustatten. Es ist immer riskant, die Tür unverschlossen zu lassen.


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