Einbruchschutz

Kurz vor den Ferien und in Anbetracht der aktuell bekannten Zahlen der Polizei ist Einbruchschutz derzeit ein hochaktuelles Thema. Die Zahl der Einbrüche stieg im Jahr 2015 um fast 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die meisten Einbrüche geschehen demnach tagsüber und in aller Schnelle. Wirksames Mittel gegen den Einbruch sind einbruchhemmende Türen und Fenster.

Mechanischer Einbruchschutz

Wichtig für den Einbruchschutz ist nicht die dekorative Außenhülle der Tür, sondern das Innenleben, die sogenannte Türfüllung. Meist besteht sie aus stabilem und robustem Sperrholz. Schwere Türkonstruktionen mit besonderen Anforderungen an die Einbruchsicherheit bestehen aus speziellen Plattentypen. Hochverdichtetes Buchenfurniersperrholz zum Beispiel ist außergewöhnlich effektiv gegen Einbruch. Es schützt selbst gegen Durchschuss, Detonation und Sprengsplitter. Positiver Nebeneffekt: Der Werkstoff hat außerdem eine hohe Feuerwiderstandsdauer und ist zusätzlich in schwerentflammbarer Sonderausführung erhältlich.

Einen guten Einbruchschutz bieten nach DIN EN 1627ff. (Neubau) bzw. DIN 18104 Teil 1 und 2 (Nachrüstsysteme) zertifizierte einbruchhemmende Türen (und Fenster). Denn nicht nur das eigentliche Türblatt, sondern auch die Zarge, das Schloss und der Beschlag müssen den Belastungen standhalten.

Sicherheitstür mit elektronischen Schließsystemen.

Innovative Schließsysteme bieten eine ausgereifte Technik gegen ein Aushebeln.

Sicherheitstür mit EInbruchhemmung

Sicherheitstüren erreichen ihre Einbruchhemmung durch verstärkte Türblattkonstruktionen, verstärkte Beschläge, einbruchhemmende Schutzbeschläge und Profilzylinder.

Elektronischer Einbruchschutz

Nicht nur der mechanische Schutz durch verstärkte Türblattkonstruktionen hilft gegen Einbrecher. Zahlreiche technische Erweiterungen und Verbesserungen wurden entwickelt, um Einbrechern das Handwerk zu legen. Spezielle Schutzbeschläge und hochwertige Schließsysteme bieten optimalen Schutz gegen ein Aushebeln der Tür. Mehr Elektronik in Form von Riegelschaltkontakten und selbstverriegelnden Schlössern machen Türschließsysteme zusätzlich sicherer. Moderne Fingerprint-Systeme speichern Fingerabdrücke und verweigern unberechtigten Personen automatisch den Zutritt. Höchste Sicherheit bieten auch neue Hightech-Verriegelungstechniken. Mit der NFC-Technologie (NFC = Nearfield Communication) können Sie Schlösser und Schließzylinder bequem per Chip oder Handy öffnen. Zusätzlich können durch digitale Türspione die Eingangsbereiche auf einem großen Display überprüft werden.

Die verbesserten Techniken führen dazu, dass mittlerweile mehr als 40 Prozent der Einbruchversuche fehlschlagen, durch die optimierten Sicherungseinrichtungen – und eine aufmerksame Nachbarschaft. Und: Die beste Tür hilft nicht, wenn das Fenster auf „Kipp“ steht. Gelegenheit macht Diebe.

Digitaler Türspion mit Display

Mit digitalen Türspionen kann der Eingangsbereich auf einem großen Display überprüft werden.

Elektronische Schlüsselkarte

Höchste Sicherheit mit neuen Hightech-Verriegelungstechniken: Öffnen Sie Schlösser und Schließzylinder bequem per Chip oder Handy.

Normative Grundlagen

Die europäisch harmonisierte Norm DIN EN 1627 legt die Prüfungs- und Bewertungsverfahren für einbruchhemmende Eigenschaften von Türen fest. Die Norm definiert sechs Widerstandsklassen RC1 – RC6 (RC = Resistance Class), die auf europaweiten Erfahrungen mit Einbruchversuchen, Werkzeugen und Täterprofilen beruhen.

WiderstandsklasseSchutzumfang
RC 1 N*Türen dieser Widerstandsklasse weisen einen Grundschutz gegen Aufbruchversuche mit körperlicher Gewalt wie Gegentreten, Gegenspringen, Schulterwurf, Hochschieben oder Herausreißen auf (vorwiegend Vandalismus). Gegen Hebelwerkzeuge weisen Türen dieser Klasse nur einen sehr geringen Schutz auf.
RC 2 N*Diese Widerstandsklasse bietet einen Grundschutz gegen den Einbruchsversuch mit einfachen Werkzeugen wie Schraubendreher, Zangen oder Keile. Sie stellt keinerlei Anforderungen an die Verglasung.
RC 2Türen dieser Widerstandsklasse verhindern das Aufbrechen mit einfachen Hebelwerkzeugen wie Schraubenziehern, Zangen oder Keilen über eine Dauer von mindestens drei Minuten.
RC 3Das Aufbrechen mit einem zweiten Schraubenzieher und einem Brecheisen bzw. Kuhfuß wird hier deutlich erschwert. Die Türen müssen Aufbruchversuchen mindestens fünf Minuten standhalten.
RC 4Auch erfahrene Täter, die mit Säge- und Schlagwerkzeugen wie Schlagaxt, Stemmeisen, Hammer und Meißel sowie Akku-Bohrmaschine vorgehen, müssen in dieser Widerstandklasse mit großem Widerstand rechnen.
RC 5Türen dieser Widerstandsklasse setzen auch dem Einsatz von Elektrowerkzeugen wie Bohrmaschinen, Stich- oder Säbelsägen und Winkelschleifern einen definierten Widerstand entgegen.
RC 6Besonders leistungsfähigen Elektrowerkzeugen wie Bohrmaschinen, Stich- oder Säbelsägen und Winkelschleifern setzen Türendieser Klasse einen definierten Widerstand entgegen.

* Das N verweist auf die Möglichkeit nationaler Regelungen bestimmter Inhalte.

Textquelle: www.polizei-beratung.de
Zur kleinen Übersicht der Funktionstüren.

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